Kongressmotto 2018: Am Puls der Zeit

Wie schlägt der Puls der Zeit im Musikunterricht? Das soll auf dem 4. Bundeskongress Musikunterricht im September 2018 in Hannover sicht- und hörbar gemacht werden! Und so wie eine lebendig und vital pulsierende Musik die musizierenden, hörenden und tanzenden Menschen ergreift – so sollen auf dem Kongress typische musikalische Pulsationen wie Metrum, Takt, Rhythmus und Groove ausgeformt und kreativ gestaltet werden – mit künstlerischem, pädagogischem und wissenschaftlichem Blick.

 

Doch der Puls der Zeit im Musikunterricht der allgemeinbildenden Schulen bleibt dabei nicht stehen – laut schlägt er auch für allgemeine schulische und gesellschaftliche Themen. Über 400 Veranstaltungen in Hannover widmen sich auch aktuellen und brennenden gesellschaftlichen Fragen: Welchen Beitrag kann die musikalischen Bildung an Schulen für eine digitalen Mündigkeit bei den Heranwachsenden leisten? Wie kann der Unterricht für eine zunehmend heterogene Schülerschaft konstruktiv angelegt werden – sei es mit Blick auf eine Integration und Sprachförderung der neu angekommenen geflüchteten Schüler/innen oder auf die noch lange nicht bewältigten Aufgaben der Inklusion? Wie können die vielen unterschiedlichen musikalischen Stilistiken, die das Musikleben in Deutschland prägen, im Unterricht thematisch werden? Das Motto „Am Puls der Zeit“ in seiner fortschreitenden Dynamik verweist auf notwendige und aktuelle Handlungsfelder in unserer Gesellschaft, wobei Musik als politische Botschaft für Gemeinsamkeit und gegen Abschottung fungieren kann.

 

Wie in den Jahren zuvor möchte der Bundesverband Musikunterricht auch im Jahre 2018 durch vielfältige Veranstaltungen Beiträge zur nachhaltigen Qualitätssicherung und Verbesserung des Musikunterrichts an allen Schulformen und -stufen leisten: Durch ein umfangreiches Angebot qualitativ hochstehender und vielfältiger Fortbildungen für Musiklehrer*innen aller Schularten und Altersstufen, durch wissenschaftliche und bildungspolitische Diskussionsforen und Arbeitskreise mit großer thematischer Bandbreite, durch den Einbezug musikpädagogischer Wettbewerbe, durch Konzerte, Verlagsausstellungen sowie regionale, nationale und internationale Anbindungen.

 

Mit Spannung werden in Hannover die Veranstaltungen der Nachwuchsorganisation des BMU, das „Junge Forum Musikunterricht“ (JFM) erwartet, deren Expertise zu Themen am Puls der Zeit besonders in diesem Jahr auch für Kolleg*innen aller Altersstufen und Erfahrungshorizonte interessant sein dürften.

 

Um das im Jahre 2016 auf dem Bundeskongress in Koblenz (in dem verabschiedeten Grundsatzpapier „Für musikalische Bildung an Schulen“) gegebene Versprechen, sich für ein umfassendes Gesamtkonzept Musikalischer Bildung einzusetzen, weiter voranzubringen, wurde der Arbeitskreis Musik in der Jugend (AMJ) als Gast auf den Niedersächsischen Kongress eingeladen. So können konstruktive Verbindungschancen zwischen schulischer und außerschulischer Arbeit sowie die Verknüpfung der beidseitigen Angebote diskutiert und in die Tat umgesetzt werden.

 

„Vor dem Hintergrund der großen gesellschaftlichen und musikpädagogischen Herausforderungen der Gegenwart benötigen die jungen ebenso wie die erfahrenen  Musiklehrkräfte Unterstützung und Solidarität“, so der Präsident des BMU Ortwin Nimczik und sein Kollege Michael Pabst-Krueger ergänzt: „Die zunehmende Heterogenität und die vielen anderen Brennpunkte in Schule und Gesellschaft sind kein Grund zur Sorge oder zur Verunsicherung, wenn Chancen zur Erschließung neuer Wege musikalischer Bildung erschlossen werden und wir „am Puls der Zeit“ bleiben.